"Sie pflegte die Erotik ohne nackt zu sein!" meinte die Schauspielerin und Sängerin Dorit Gäbler bei ihrem Chanson-Auftritt im voll besetzten Kgl. Kurtheater mit dem Programm "Hommage an Marlene Dietrich". Maria Magdalene Dietrich hieß sie ursprünglich, aber bereits in ihrer Jugend nannte sich selbst Marlene, und sie wurde ein deutscher, durchaus nicht unumstrittener Weltstar.
Gäbler erzählte, spielte und sang die Chansons, Schlager und Lieder, welche durch Marlene Dietrich bekannt wurden, zuerst in Deutschland und dann in den USA, wo sie nach 1933 ständig lebte. Sicherlich am bekanntesten ist ihr Film "Der blaue Engel", der im 3. Reich nicht mehr in Deutschland gezeigt werden durfte, Marlene Dietrich stellte an sich selbst höchste Ansprüche, war sehr diszipliniert, und stets "Star".
Dorit Gäbler, und das war sicherlich das Angenehmste in ihrem über zwei Stunden währenden Programm, imitierte nicht "die Dietrich", sondern sie dachte sich in deren Chansons hinein, und überlegte sich, wie Marlene Dietrich diese wohl vorgetragen hätte.
Großes Kompliment an Dorit Gäbler, denn sie verstand es glänzend, nicht nur das Publikum bestens zu unterhalten, sondern die Geschichte der Marlene Dietrich (1901 - 1992), die nach dem Krieg vor allem in Paris lebte, lebendig werden zu lassen. Dabei wurde Marlene Dietrich keineswegs verherrlicht, sondern gezeigt und erklärt, dass sie auch "nur ein Mensch" war.
"Sie hat die Menschen durch ihre Menschlichkeit bestochen", stellte Dorit Gäbler fest und präsentierte eine Vielzahl von Chansons, die zum Teil aus den Berliner 20er Jahren stammten. Aus dem Film "Der blaue Engel" sang Gäbler "Kinder, heut' Abend, da such ich mir was aus", "Ich bin die fesche Lola" und "Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe ingestellt". Die Melodie vom einfachen Soldaten, nämlich "Lili Marleen" machte Marlene Dietrich schließlich bei Freund und Feind weltbekannt. "Die Antwort mein Freund", ein nachdenklich machendes Lied von Bob Dylan und "Sag mir, wo die Blumen sind" von Pete Seeger, ein Antikriegslied, waren ebenso zu hören wie "Paff, der Zauberdrache" oder das Lied vom "armen Gigolo".
Das Publikum war begeistert von Dorit Gäbler, die mehrere Zugaben machte und sich mit "Solang noch untern Linden" verabschiedete. Sehr gut war die dezente Begleitmusik vom Band, die bestens passte und sozusagen das Sahnehäubchen auf Dorit Gäblers musikalischer Hommage war, die viel Applaus bekam.
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