von Cristina Zehrfeld
Stollberg. Die Schauspielerin, Sängerin und Entertainerin Dorit Gäbler hat am Samstag rund 90 Besucher ins Theaterpädagogische Zentrum gelockt. Seit Dorit Gäbler 2007 die Schirmherrschaft über ein Theaterstück des "Burattino" übernommen hatte, ist sie Ehrenmitglied des Kinder- und Jugendtheaters.
Dreimal hat Gäbler die gleichnamige Samstagabendshow des DDR-Fernsehens moderiert und sie läßt ihre große Zeit, ihre Künstlerwelt aufleben, erzählt Histörchen aus der Zeit ihrer Moderationen des "Kessel". Das erste Mal stand sie dabei in Gera auf der Bühne, später im Friedrichstadtpalast. Doch das alles ist ein Vierteljahrhundert her. Das größtenteils ältere Publikum kann sich an die Künster, von denen Gäbler anekdotisch berichtet, wohl noch erinnern: Daliah Lavi, die einen Auftritt im "Kessel" platzen ließ, weil ein von ihr bestellter Flügel nicht rechtzeitig fertig war; Dean Reed, der vom Publikum ausgebuht wurde.
Doch die spürbare größte Resonanz bekam Gäbler für ihre kabarettistischen Einlagen. In einigen Sketchen zeigte die Künstlerin, dass sie eine begnadete Komödiantin ist. Der sonst freundliche Applaus nahm deutlich an Heftigkeit zu, wenn Gäbler von der mondänen Blondine zur gewöhnlichen, allzumenschlichen und manchmal auch vulgären Weibsperson wurde. So beim Sketch "Rent a Rentner", bei der sie als BSE (Beifallspendeeinheit) in haarsträubend ruchloser und doch atemberaubend schwungvoller Weise über die nützliche Verwendung von "veraltetem Menschenmaterial" schwadronierte. Wo sie in Rollen schlüpft, in denen sie die ganze menschliche Tragik ausspielen kann, dort läuft Dorit Gäbler zu Hochform auf. Dem Programmtitel gemäß, verabschiedete sie sich mit dem Originalabspann aus ihrem ersten Kessel "Wer wird denn weinen, wenn man auseinandergeht".

